Wenn Sie sich fragen, was Jacquard ist, sollten Sie eines wissen: Es ist kein Stoff. Es gibt Jacquardgewebe, doch Jacquard selbst ist eine Technik. Viele Textilmarken, die entweder neu sind oder noch nicht genügend Erfahrung in der Branche aufgebaut haben, oft
Was ist Jacquard?

Jacquard ist eine Webtechnik, die für besonders detailreiche und komplexe Muster bekannt ist. Die Designs werden direkt in den Stoff eingewebt und nicht – wie bei vielen heute verwendeten Stoffen – aufgedruckt. So hält der Stoff deutlich länger, und der Verzicht auf aufgedruckte Muster hilft ihm, seine hohe Qualität zu bewahren.
Wenn Sie Ihre Designs auf Stoff drucken, nehmen Sie folgende Abstriche in Kauf:
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Langlebigkeit: Gedruckte Designs verblassen oder lösen sich mit der Zeit häufig. Sind die Muster jedoch tatsächlich in den Stoff eingewebt, müssen Sie sich darum keine Sorgen machen. Stoffe mit aufgedruckten Designs werden bei wiederholtem Waschen langfristig sehr wahrscheinlich beschädigt.
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Hochwertige Haptik: Stoffe, deren Muster eingewebt sind, wirken oft anspruchsvoller und hochwertiger als Stoffe, deren Designs aufgedruckt werden. Gewebte Stoffe bieten zudem eine dreidimensionale Struktur, die bedruckte Stoffe nicht erreichen.
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Chemikalienbelastung: Bedruckte Stoffe werden häufig mithilfe von Chemikalien hergestellt. Chemische Belastung Ihrer Haut – in welcher Form auch immer – ist niemals gut. Gewebte Stoffe sind nicht dafür bekannt, in der Produktion aggressive Chemikalien zu verwenden; sie setzen auf Garn und Webmuster, um ihre Designs zu gestalten.
Zusammenfassung: Jacquard ist eine Webart, bei der die Muster Teil des Stoffes sind, statt nur obenauf gedruckt zu werden – so bleibt die hohe Qualität deutlich länger erhalten, fühlt sich besonders hochwertig und strukturiert an und vermeidet all die fragwürdigen Chemikalien, die beim Drucken zum Einsatz kommen.
Wie fühlt sich Jacquard an?
Da bei Jacquardgewebe die Muster eingewebt und nicht aufgedruckt sind, spüren Sie keine ungewöhnliche, hubbelige Oberfläche, wenn Sie mit der Hand oder einem anderen Körperteil über den Stoff streichen. Jacquardgewebe wirkt mit seiner anspruchsvollen Optik stets angenehm weich auf Ihrer Haut.
Wie lange ein Stoff weich bleibt, hängt jedoch von der verwendeten Faserart ab. Naturfasern wie Leinen sind dafür bekannt, Jahrzehnte zu halten – und mit jeder Wäsche noch weicher zu werden. Diese Beständigkeit ist einer der Gründe, warum Leinen herausragt, wie in warum ist Leinen so besonders erläutert.
Wo werden Jacquardgewebe eingesetzt?
Sie wissen nun, was Jacquardgewebe ist – doch wo findet man es?
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Möbel Jacquardstoff lässt sich für vieles in Ihrem Zuhause einsetzen. Beispiele sind Tischdecken, Servietten, Kissen und Bettbezüge. Auch in Draperien und Vorhängen ist er zu finden. Darüber hinaus wird Jacquard für Sofas oder Stühle verwendet – und sogar als Wandbespannung.
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Bekleidung Jacquardstoff findet sich auch in der Mode. Wer Naturfasern auf der Haut liebt und zugleich gewebte Dessins schätzt, greift bei der Gestaltung eleganter Kleider und gemusterter Anzüge häufig zu Jacquard.
Arten von Jacquard
1. Damask
Das anspruchsvolle, „höfliche und elegante“ Mitglied der Familie. Damast ist meist einfarbig (eine Farbe) oder Ton-in-Ton.
- Beschreibung: Ein matter Grund mit glänzendem Muster (oder umgekehrt).
- Wichtiges Merkmal: Es ist wendbar. Das Muster auf der Vorderseite erscheint auf der Rückseite in invertierten Farben/Strukturen.
- Am besten geeignet für: Formelle Tischdecken, Vorhänge und hochwertige Polsterstoffe. Wie diese Webart in realen Umgebungen wirkt, sehen Sie in unserer Kollektion irische Leinen-Tischdecken.
2. Brocade
Wenn Damast die höfliche Variante ist, dann ist Brokat das „opulentere“ Geschwister. Schwerer – und meist mehrfarbig.
- Beschreibung: In der Regel sind gold- oder silberfarbene Metallfäden eingearbeitet; die Wirkung ist dekorativ und erinnert an Stickerei.
- Wichtiges Merkmal: Es ist nicht wendbar. Die Rückseite zeigt meist „Floats“ – lose Fadenlagen, die entstehen, wenn farbige Garne über den Webstuhl mitgeführt werden.
- Am besten geeignet für: Abendgarderobe, liturgische Kleidung und ausdrucksstarke Möbelstücke.
3. Matelassé
Das „Comfort“-Jacquard, entworfen, um die Optik einer handgesteppten Steppdecke nachzuempfinden.
- Beschreibung: Es hat eine charakteristisch gekräuselte bzw. „blasige“ Oberfläche. Auch wenn es gepolstert wirkt, enthält es in der Regel keine Wattierung oder Füllung.
- Wichtiges Merkmal: Es bietet eine 3D-Struktur und bleibt dabei atmungsaktiv.
- Am besten geeignet für: Überwürfe, Tagesdecken und strukturierte Sommerblazer. Viele dieser Webstrukturen finden sich auch in unserer Kollektion Leinen-Bettbezüge.
4. Tapestry
Eine besonders robuste Variante von Jacquard, die an alte, handgewebte Wandkunst erinnert.
- Beschreibung: Es nutzt eine enorme Vielfalt farbiger Fäden, um komplexe, bildhafte Szenen zu gestalten (Landschaften, florale Motive oder historische Ornamente).
- Wichtiges Merkmal: Es ist sehr dick, schwer und außergewöhnlich langlebig.
- Am besten geeignet für: Wandbehänge, schwere Polsterarbeiten und robuste Tote Bags.
5. Cloqué
Der Name stammt vom französischen Wort für „blasig“.
- BeschreibungÄhnlich wie Matelassé, jedoch leichter und unregelmäßiger. Es hat eine „crunched“- bzw. geknitterte Optik, die durch Garne mit unterschiedlichem Schrumpfverhalten entsteht.
- Wichtiges Merkmal: Ausgeprägte Struktur und ein leicht kantiger, moderner Look – im Vergleich zu klassischen Damasten.
- Am besten geeignet für: Couture-Kleider und strukturierte Oberteile.
6. Jacquard-Strick
Der Rebell der Gruppe, weil er nicht wirklich auf einem Webstuhl gewebt wird – er entsteht auf einer Rundstrickmaschine.
- Beschreibung: Dabei wird der Jacquard-Mechanismus genutzt, um einzelne Nadeln zu steuern und so filigrane Muster in einem elastischen Stoff zu erzeugen.
- Wichtiges Merkmal: Die ganze Schönheit eines gewebten Musters – kombiniert mit dem Stretch und Komfort eines T-Shirts oder Pullovers.
- Am besten geeignet für: Pullover, Leggings und „Athleisure“-Mode.
7. Synthetischer Jacquard
Diese Variante ersetzt Naturfasern durch Kunstfasern wie Polyester, Nylon oder Viskose. Meist ist es ein preiswerterer Stoff, allerdings um den Preis eines hohen Chemikalieneinsatzes.
- Beschreibung: Es nutzt denselben komplexen Webprozess, jedoch mit synthetischen Fäden – dadurch wird der Stoff günstiger.
- Wichtiges Merkmal: Er ist langlebig und knittert kaum,
- Am besten geeignet für: Polsterungen mit hoher Beanspruchung, Outdoor-Kissen und preisbewusste Festgarderobe.

Häufig gestellte Fragen
Kann man Jacquardstoff bügeln?
Ja, Jacquardstoffe können gebügelt werden – wichtig ist jedoch, das Bügeleisen nicht zu heiß einzustellen.
Mittlere Hitze reicht völlig aus, um die Stoffe zu glätten.
Ebenso wichtig ist: Auch wenn es sich um einen reinen Webstoff handelt (das heißt, es gibt keine aufgedruckten Muster), bedeutet das nicht, dass er keiner Hitze ausgesetzt werden darf. Er sollte nur nicht über längere Zeit Hitze ausgesetzt sein.
Ist Jacquardstoff Luxus?
Ja, Jacquardstoff ist ein Luxus. Ein Beispiel für Jacquard ist Damast. Damast ist ein Stoff, der vor 2000 Jahren in Damaskus entstand.
Der Ursprung dieser besonderen Stoffart lag darin, arabischen Royals zu gefallen und ihnen etwas Schönes für ihr Zuhause zu geben. Der erste Damast war tatsächlich eine Tischdecke. Die Wahl der passenden gewebten Tischwäsche hängt zudem von der richtigen Größe ab – das wird in Welche Größe an Tischwäsche für einen 6-Fuß-Tisch sollte ich wählen erläutert.
Wie lautet ein anderer Name für Jacquardstoff?
Weitere Bezeichnungen für Jacquardstoff sind Damast, Brokat, Cloqué, Tapisserie, Matelassé
Warum ist Jacquard so teuer?
Ein Auto ist so teuer, weil es aufwendig hergestellt wird. Viele Unternehmen der heutigen Textilindustrie fertigen Stoffe zwar schnell – arbeiten dabei jedoch mit minderwertigen Verfahren und setzen zahlreiche Chemikalien ein.
Jacquardstoffe sind dafür bekannt, ausschließlich durch Weben hergestellt zu werden. Die Muster, die Sie sehen, sind in den Stoff eingewebt – und die unterschiedlichen Farben entstehen durch Garne in verschiedenen Farbtönen.